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3 grüne Äpfel auf einem hellen Holz-Untergrund. Aus dem vorderen Apfel ist ein Herz ausgeschnitten, dass davor liegt.

Gesundheitsthemen

Behandlungsplan mit KI

Behandlungsplan mit KI
Berät die KI Fachleute gut?

Immer mehr Menschen holen sich Rat bei Chatbots. Ob ChatGPT Ärzt*innen bei der Behandlungsplanung sinnvoll unterstützen kann, hat ein Forscherteam nun untersucht. 

Elf Fälle getestet

Bei Krebs wird die Therapie meist in einem sogenannten Tumorboard festgelegt. Dort beraten Fachleute verschiedener Disziplinen gemeinsam über jeden einzelnen Fall. Ob künstliche Intelligenz diese Arbeit erleichtern kann, hat ein Team vom Bundeswehrzentralkrankenhaus Koblenz nun untersucht. Die Forschenden gaben elf reale Krankheitsfälle von Hodenkrebs in das KI-Modell ChatGPT-5 ein und fragten nach Therapieempfehlungen. Das Modell sollte sich dabei an europäische Behandlungsleitlinien halten. Gleichzeitig bekamen drei Hodenkrebs-Spezialist*innen die gleichen Fälle vorgelegt, auch sie sollten einen Behandlungsplan vorschlagen. Anschließend verglichen drei weitere Ärzt*innen die Empfehlungen der KI und der Hodenkrebs-Spezialist*innen.

Teilweise Übereinstimmung

Im Ergebnis stimmte die KI in nur 70 % der Fälle in annehmbarer Weise mit dem Expertengremium überein. Wie zuverlässig ChatGPT war, hing dabei von der Behandlungsart ab. Therapien mit Chemotherapie empfahl die KI in 85 % der Fälle korrekt, eine Bestrahlung in 78 % der Fälle. Bei Operationen lag die Trefferquote allerdings nur bei 59 %. Positiv fiel auf, dass ChatGPT in etwa 4 von 5 Fällen erkannte, wenn wichtige Informationen fehlten.

Zuverlässigere Fachleute

Nach Meinung der Forschenden waren die Therapieempfehlungen des Expertengremiums zuverlässiger als die KI. Die Forschenden mahnen deshalb bei der Nutzung von KI zur Therapieplanung zur Vorsicht. Das gelte vor allem, wenn Entscheidungen über eine Operation anstehen. Mit 11 Fällen war die Studie allerdings relativ klein. Allgemeingültige Aussagen lassen sich aus der Studie daher noch nicht ziehen. 

Quelle: Ärzteblatt 

05.11.2026 | Von: Dr. med. Tobias Höflein; Bild: mauritius images / Maskot