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Herz, Gefäße, Kreislauf
Mit jedem Herzschlag pumpt das Herz eines Erwachsenen ein Blutvolumen von 90 Millilitern, also etwa einer halben Kaffeetasse, durch das Gefäßsystem. Das entspricht sechs Litern Blut pro Minute im Ruhezustand. Unter maximaler Belastung kann sich dieser Wert durch den Anstieg von Herzfrequenz und Schlagvolumen vervierfachen. Im Laufe der Zeit ergibt dies eine enorme Leistung: Schon an einem einzigen Tag pumpt das Herz im Schnitt 7 000 bis 14 000 Liter durch unseren Körper. Auf diese Weise hat es bei einem 73-Jährigen bereits 200 bis 250 Millionen Liter Blut befördert.
(Bild: Alloy Photography/veer)
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Morgens oder abends schlucken?

Lange hieß es, Blutdrucksenker sollten morgens eingenommen werden. Dann wurde wieder zur abendlichen Einnahme geraten. Was stimmt denn nun?
Weniger Schlaganfälle durch abendliche Blutdrucksenkung
2019 machte eine spanische Studie zur Blutdrucksenkung Furore. 19.000 Hochdruckpatient*innen hatten daran teilgenommen. Die eine Hälfte nahm ihren Blutdrucksenker abends, die anderen morgens ein. In den sechs Jahren der Studie hatten diejenigen, die ihre blutdrucksenkende Medikation vor dem Zu-Bett-Gehen schluckten, ein deutlich verringertes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Herztod. Grund genug, Hypertoniker*innen die abendliche Tabletteneinnahme zu empfehlen.
Zweifel am Studienaufbau
Doch schon damals gab es Zweifel an der gefeierten Studie. Expert*innen kritisierten beispielsweise den Studienaufbau. Außerdem waren die Blutdruckunterschiede in den beiden Einnahmegruppen eigentlich zu gering, um die deutlichen Unterschiede bei der Anzahl der Herzerkrankungen zu erklären. Britische Forscher*innen starteten deshalb eine Untersuchung mit rund 21.000 Hochdruckkranken, von denen ebenfalls die eine Hälfte ihre Blutdrucksenker morgens, die andere abends einnahm.
In beiden Gruppen erwies sich die Anzahl der Krankenhauseinweisungen aufgrund von Herzinfarkt oder Schlaganfall als gleich. Auch die Zahl der gefäßbedingten Todesfälle unterschied sich nicht. Ob morgendliche oder abendliche Einnahme der Blutdrucktabletten, in puncto Herzgesundheit war keine Einnahmezeit besser als die andere, betonen die Autor*innen.
Tageszeit egal – Hauptsache einnehmen
Die eigentliche Botschaft dieser Studie ist einfach: Patient*innen sollen ihre Blutdrucksenker zwar immer zum selben Zeitpunkt nehmen – ob aber nun morgens oder abends, spielt keine Rolle. Das wichtigste ist, dass die Tabletten überhaupt eingenommen werden.
Denn weil ein hoher Blutdruck nicht schmerzt, lässt jede zweite Blutdruckpatient*in nach zwei Jahren die Blutdrucksenker wieder weg. Und bringt damit unwissentlich Herz, Niere und Gehirn in Gefahr.
Quelle: Ärztezeitung, The Lancet