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Heilpflanzenlexikon

Oregano

Oregano, © Manfred Ruckszio/Shutterstock.com
© Manfred Ruckszio/Shutterstock.com

Dioskurides und Aristoteles schreiben über Origanum, aber wahrscheinlich handelt es sich um O. viride. In den deutschen mittelalterlichen Kräuterbüchern ist O. vulgare ausführlich abgehandelt, als Mittel gegen die Übertragung von Krankheiten, gegen schlechte Verdauung, Verstopfung, Nieren- und Leberleiden, Gelbsucht, Unterleibskrämpfen, Kopf- und Zahnschmerzen, Halsentzündung, Rheuma. Später wird die Heilkraft des wässrigen Auszugs gegen Husten und Brustkrampf gelobt. Heute ist Oregano in erster Linie als Gewürz bekannt.

Wissenschaftlicher Name: Origanum vulgare L.

Charakteristik

Die Pflanze ist überall in Asien, Europa und Nordafrika verbreitet, auch wenn sie ursprünglich aus Israel, Spanien und der Türkei kommt. Blüte- und Erntezeit sind Juli bis September. Medizinisch verwendet werden das durch Wasserdampfdestillation des frischen oder getrockneten Krautes gewonnene Öl, das getrocknete, während der Blütezeit gesammelte und von den dickeren Stängeln befreite Kraut und das frische, blühende Kraut.

Anwendungsbereiche

Volksmedizin: bei Erkrankungen der Harn- und Atemwege, Husten, als appetitanregendes und krampflösendes Mittel, bei schmerzhafter Menstruation, als schweißtreibendes Mittel sowie bei Rheuma und Halsdrüsengeschwulst.
Homöopathie: bei gesteigerter sexueller Erregbarkeit
Chinesische Medizin: bei Erkältungskrankheiten, Fieber, Erbrechen, Ruhr, Gelbsucht und Fehlernährung bei Kindern

Dosierung

Innere Anwendung
1 Esslöffel mit 250 ml Wasser übergießen nach 10 Minuten abseihen
Tee: Mehrmals täglich 1 Tasse trinken
Pulver: ½-1 Esslöffel 2-3-mal täglich mit Nahrung einnehmen

Äußere Anwendung
Zum Gurgeln und Mundspülen verwendet man den ungesüßten Tee.
Badezusatz: 100 g Droge mit 1 Liter Wasser übergießen, zum Sielen erhitzen, nach 10 Minuten abseihen, dann dem Vollbad zusetzen
Homöopathie: 5-10 Tropfen, 1 Tablette, 5-10 Globuli, 1 Messerspitze Verreibung 1-3-mal täglich

Wirkung und Nebenwirkungen

Das ätherische Öl wirkt antimikrobiell. Die Anwendung bei Erkältungskrankheiten könnte durch den positiven Einfluss des Öls erklärt werden. Nähere Angaben zur Wirkweise liegen nicht vor. Risiken der bestimmungsgemäßen Anwendung therapeutischer Dosen der Droge und Nebenwirkungen sind nicht bekannt. Die Wirkung der Droge ist wissenschaftlich nicht belegt.

Anwendung in Lebensmitteln

Oregano oder wilder Majoran ist besonders in der mediterranen Küche ein beliebtes Würzkraut und besitzt einen etwas süßen-aromatischen Geschmack als Majoran. O. vulgare wird kommerziell als Gewürz und natürlicher Aromastoff unter anderem bei der Herstellung von Soßen und Suppen verwendet.